Anlagetechnik Ulnarer 3 Finger-Handcast

Indikationen:

  • Frakturen der Finger und Metakarpale 3-5
  • Luxationen der Finger 3-5
  • Tendopathien
  • Sehnenverletzungen
  • Weichteilverletzungen
  • Lagerungsschiene
  • Physiotherapeutische Zwecke
Anlage: Die Vorbereitung der Materialien sollte eine zügige Anlage des Verbandes unterstützen. Alle benötigten Materialien sollten griffbereit positioniert werden um Verzögerungen im Ablauf zu vermeiden.

Die Lagerung des Patienten wird in einer für den Patienten und Anwender entspannenden Position durchgeführt. Dies kann je nach Ausmaß der Verletzung, der Diagnose , der Behandlungsmethode und des Patientenzustandes variieren.

Benötigtes Material: 1 x 5 cm Binde Delta Cast Conformable Polyester- Stützverband und hydrogel-beschichtete Casthandschuhe, Frotteeschlauchverband, Kohäsivbinde , 2 cm breiter Röntgenstreifen, Verbandschere, Filzstift.

Bild 1:
Der Frotteeschlauch wird als Unterpolsterung über Finger, Hand und Handgelenk gezogen. Als Schneidehilfe wurde zuvor ein Streifen eines unbrauchbaren Röntgenbildes radialseitig untergelegt. Für mehr punktuelle Stabilität (etwa zur Reposition einer dislozierten MHK 5 Köpfchenfraktur) wird ein 2 bis 4 lagiger Caststreifen dorso-volar umgreifend aufgelegt. Dies erhöht punktuell die Lagenstärke und führt an dieser Stelle zu einem Starrverband.

Bild 2:
Der Cast wird in zirkulären Touren ( ca. 2 bis 3 lagig ) um Finger, Hand und Handgelenk gewickelt. Dabei sollte der Cast relativ fest mit 50% bis 70% Dehnung appliziert werden. Dies erhöht den Lagenverbund und verbessert die Paßform des Verbandes. Distal sollte der Cast über die Fingerenden hinaus angelegt werden. Dies vereinfacht die spätere Stellungskorrektur der Gelenke. Im Bereich der zuvor aufgelegten Longuette summiert sich die Lagenstärke des Cast auf 6 bis 7 Lagen.

Bild 3:
Während der Modellierphase von vier bis sechs Minuten wird die Stellungskorrektur der Gelenke oder die Reposition einer Fraktur durchgeführt. Evtl. auftretenden Falten im Verband lassen sich durch Längszug am überschüssigen distalen und proximalen Cast glätten.

Bild 4:
Nach dem Abbinden des Castverbandes werden mit einem Filzstift die Randkonturen angezeichnet und der Verband entlang des untergelegten Röntgenstreifens mit einer Verbandschere geöffnet. Es erfolgt der individuelle Zurechtschnitt. Bei stabilen Frakturen kann der Verband dazu entfernt werden, bei instabilen Frakturen sollte der Verband dazu am Patienten belassen werden.

Bild 5:
Fertiger ulnarer 3 Finger-Handcast mit Einschluß des Handgelenkes in Intrinsic-Stellung (radiale Aufsicht).

Bild 6:
Fertiger ulnarer 3 Finger-Handcast mit Einschluß des Handgelenkes in Intrinsic-Stellung (ulnare Aufsicht).

Bild 7:
Durch Zurechtschnitt mit einer Verbandschere läßt sich der Cast jederzeit kürzen. Fertiger ulnarer 3 Finger-Handcast in Intrinsic-Stellung ohne Einschluß und damit voller Funktion des Handgelenkes.

Die Bilder 5,6 und 7 zeigen den selben Verband. In Bild 7 wurde des Cast nachträglich zurecht geschnitten. Beide Varianten lassen sich mit einer Kohäsivbinde am Patienten fixieren. (Hier nicht abgebildet). Aufgrund der geringen Lagenstärke bleibt der Verband semiflexibel und kann somit jedem Schwellungszustand individuell - weiter oder enger- angepaßt werden. Dazu wird die Kohäsivbinde entfernt und der Cast passgenau verändert.

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Varianten:

Ulnarer 3 Fingercast ohne Einschluß des Handgelenkes:
Hier wird der proximale Castanteil mit einer Verbandschere so zurecht geschnitten, daß das Handgelenk seine volle Funktion behält. (siehe Abb. 7)

3 Finger-Sandwichcast:
Hier wird der Cast proximal bis zu den Fingergrundgelenken gekürzt. Dies erlaubt eine uneingeschränkte Bewegung des Hangelenkes sowie der Finger im Grundgelenk.

Mittelhandcast:
Der Cast wird im distalen Teil bis zum Mittelgelenk oder Grundgelenk der Finger gekürzt. Dies erlaubt die Beweglichkeit der Finger.

  • Alle Varianten können von dem ursprünglichen, um alle Finger zirkulär gewickelten Cast, durch individuellen Zurechtschnitt erstellt werden.

Das Ausmaß des Zuschnitts erlaubt den Grad der Funktionalität oder der Immobilisation.

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