Anlagetechnik Daumencast

Indikationen:

  • Frakturen des Daumens
  • Luxationen des Daumens
  • Kapsel-Bandverletzungen
  • Sehnenverletzungen
  • Ritzarthrose
  • Tendopathien
  • Weichteilverletzungen
  • Lagerungsschiene
  • Physiotherapeutische Zwecke
Anlage: Die Vorbereitung der Materialien sollte eine zügige Anlage des Verbandes unterstützen. Alle benötigten Materialien sollten griffbereit positioniert werden um Verzögerungen im Ablauf zu vermeiden.

Die Lagerung des Patienten wird in einer für den Patienten und Anwender entspannenden Position durchgeführt. Dies kann je nach Ausmaß der Verletzung, der Diagnose , der Behandlungsmethode und des Patientenzustandes variieren.

Benötigtes Material: 1 x 5 cm Binde Delta Cast Conformable Polyester- Stützverband mit hydrogel beschichteten Casthandschuhen, Frotteeschlauch, Polstervlies, Tapeband oder Kohäsivbinde, Verbandschere, Filzstift.

Bild 1:
Der Frotteeschlauchverband wird als Unterpolsterung über Daumen, Hand und Handgelenk gezogen. Als Schneidehilfe wurde vorher ein schmaler Streifen Polstervlies untergelegt. Der Cast wird in zirkulären Touren beginnend am Daumen (2-lagig), um das Daumengrundgelenk (3-4 lagig) nach proximal über Hand und Handgelenk (2-3 lagig) gewickelt.

Bild 2:
Der Verband wird ca. 4 - 6 Minuten dem Daumen und Handbereich anmodelliert, wodurch die Passform und der Lagenverbund des Cast optimiert werden.

Bild 3:
Nach der Modellierphase werden die Schnittkontouren angezeichnet und der Verband lateral mit einer Verbandschere geöffnet.

Bild 4:
Der Verband wird entfernt und individuell zugeschnitten. Der Cast wird im Daumenbereich dorsalseitig bis zum Grundgelenk gespalten und ein ca. 1 bis 2 cm breiter Caststreifen herausgeschnitten. Wird die Immobilisation des Handgelenkes benötigt, sollte der Verband am proximalen Ende nicht gekürzt werden. Anschließend erfolgt die Passkontrolle am Patienten.

Bild 5:
Zur Fixierung des Cast sind verschiedene Verbandstoffe geeignet.
a) Die Verwendung von Tape vereinfachen die An und Abnahme des Verbandes. Dabei wird der Cast mit zwei Tapestreifen im Daumenbereich und mit einem Tapestreifen im Handbereich dem Schwellungszustand entsprechend fixiert.
b) Der Cast wird dem Schwellungszustand entsprechend mit einer Kohäsivbinde bis oberhalb des Handgelenkes fixiert. Diese Variante verbessert die Passgenauigkeit und die Sicherheit im Verband.

Aufgrund der geringen Lagenstärke bleibt der Verband semiflexibel und kann somit jedem Schwellungszustand individuell (weiter oder enger) angepaßt werden. Dazu wird der Tapeverband oder die Kohäsivbinde entfernt und der Cast passgenau verändert. Die Wiederanlage wird wie oben beschrieben durchgeführt.

1.
2.
3.
4.
5.a)
5.b)
Varianten:

Kurzer Daumencast:
Durch Zuschnitt am distalen Castende im Daumenbereich kann das Daumenendgelenk seine volle Funktion erhalten. Dies führt zu einer fokussierten Ruhigstellung des Daumengrundgelenkes.

Daumencast mit Einschluß des Handgelenkes:
Hier wird der proximale Castanteil nicht abgeschnitten. Dies führt zu einer Stabilisierung des Daumengundgelenkes und des Handgelenkes.

Scaphiodcast:
Hier wird der Cast nach Anlage eines Frotteeschlauches proximal bis zum Ellbogengelenk im Sinne der fokussierten Ruhigstellung gewickelt (siehe auch Radiuscast). Auf das Spalten der Daumenregion kann in den meisten Fällen verzichtet werden. Der Scaphoidcast ist eine Kombination aus Daumen -und Radiuscast.

© Copyright by A.A.Wierzimok & TheWebEditor